Wann ist eine Stelle getan?

Diese Frage begleitet mich nun schon seit einiger Zeit und ich habe sie versucht so konkret wie möglich zu beantworten. Meine bisherige Antwort war:

  • Eine Stelle ist getan, wenn ich sie 10 % schneller spielen kann als ich es im Konzert brauche
  • und die Stelle auswenig geht.

Das sind gute messbare Kriterien, die ich nicht in Frage stellen möchte. Doch grade kam eine Erkenntnis hinzu, die eine viel individuellere Wahrnehmung braucht und jeder nur für sich beantworten kann. Eine Stelle ist dann getan, wenn es mir leicht fällt sie zu spielen.

Leicht bedeutet für mich, dass ich mich in dem Stück auf die Stelle freue, weil egal was auch passiert ich immer ein sicheres Gefühl habe, wenn ich sie spiele. Und es bedeutet, dass ich so frei bin, dass mich die Musik an der Stelle unmittelbar anspringt, weil ich mich auf keinen technischen Ablauf mehr konzentrieren muss.

Ich habe eine Vorzeigestelle in Feel. Da gibt es einen Abschnitt, den ich so verinnerlicht habe wie nichts sonst in meinem ganzen Konzertprogramm. Es ist die schwierigste Stelle, die ich an dem Abend spielen muss, aber sie geht am besten. Dennoch verspiele ich mich und das nicht zu knapp. Das ist aber egal, denn ich finde immer wieder rein und es stört den Ablauf der Nummer garnicht.

Also fertig bedeutet nicht, dass man dann nie wieder Fehler spielt. Fertig bedeutet durchdrungen, begriffen und zwar so, dass in mir eine unerschütterliche Ruhe ist, egal, was an der Stelle auch passieren mag. Dann ist es – getan.

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  1 comment for “Wann ist eine Stelle getan?

  1. Wolfgang
    28. September 2014 at 17:03

    Danke Regina!

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