Mit dem Essen spielt man nicht! – Doch! – Nein! – Doch!

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Mein neuer Move heißt Weight Watchers. Lustig! Mit Mitte dreißig und nach drei Schwangerschaften beschäftigen mich dann solche Dinge wie Ernährung. Hätte ich nie gedacht, dass ich da jemals drüber nachdenke….

Ich mache es jetzt einen Tag lang und könnte mir schon gleich zu Beginn auf die Schulter klopfen. Nicht weil ich mein Punktekonto für meine Mahlzeiten, das mir von Weight Watchers als Obergrenze berechnet wird, nicht überschritten habe, sondern weil ich es tatsächlich als Spiel sehe.

Anders als noch vor ein paar Wochen, wenn was Spaß gemacht hat. Ich nehme es tatsächlich viel, viel weniger ernst. Also vielleicht sogar weniger ernst als wirkliche Spiele. Eben so gar nicht ernst. Es ist ein Spiel und ich spiele: Essen aufschreiben, Essen bepunkten, Punkte zusammenzählen, Punktekonto nicht überschreiten, freuen.

Da ist kein Druck, keine Angst, keine Vorsicht, nicht einmal ein Sparmodus. Ich hätte gestern Abend locker 5 Punkte einsparen können. Die kann man sich dann für die nächsten Tage aufheben, aber ich dachte….scheiß drauf. Punkte verjubeln macht grade mehr Spaß! Hurra!

Dafür bin ich wirklich dankbar, dass ich es so locker sehen kann. Ich gehe davon aus, dass es von den vielen, vielen Moves kommt, die ich in den letzten Jahren trainiert habe. Und dass ich mich damit jetzt so frei fühle ist nichts, was von mir gesteuert werden kann. Es ist eine Art Ernte, die ich da eintrage. Ich empfinde es wie ein Geschenk. Es war aber weder absehbar, dass dieses Geschenk einmal kommt oder wie es genau aussieht. Deswegen kuck ich mir dankbar zu, wie ich grade so bin. Also Danke nochmal! Bei wem bedanke ich mich da eigentlich? Bei mir, bei den Moves, bei der wunderschönen Welt vermutlich…

Dieses Spielen, das ich jetzt empfinde, ist wie ein Witz. Ich nehme mich dabei selber aufs Korn, genieße aber die Freude, die entsteht, weil ich spiele. Wenn ich darüber schreibe, könnte ich mich direkt auslachen, so witzig finde ich, was ich mache.

Mit anderen Dingen geht es mir ähnlich. Ich sehe überall wie ernst alle alles nehmen, und lasse mich davon auch oft genug anstecken. Aber es passiert immer öfter, dass ich mir denke: witziges Spiel!

Zum Beispiel meine Promotion: Erst heute Morgen ist mir aufgefallen, dass das eigentlich wie Sticken ist, was ich da mache. Ich habe ein riesiges Gesamtbild und Stich für Stich vervollständige ich es. Es dauert ewig, wird aber immer schöner. Ich liebe Sticken und ich liebe meine Promotion immer mehr. Wenn es mir gelingt sie noch weniger ernst zu nehmen, und mehr ein Gefühl wie beim Sticken zu bekommen – beruhigend und reinigend – dann wird es für mich vielleicht sogar noch schöner zu promovieren als es ohnehin schon ist.

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